Zusammen mit real.digital hat die PionierGarage vom 08. bis 09. Dezember den HCK E-Food Hackathon 2017 veranstaltet. Stattgefunden hat das Ganze im Launchpad der PionierGarage. Die rund zwanzig Teilnehmer rangen dabei in vier Teams unter ausführlicher Betreuung von Mitarbeitern von real.digital um ein Preisgeld von 1.000 €.

 

Was heißt denn E-Food?

Nachdem sich am Freitag Nachmittag alle Teilnehmer im Launchpad eingefunden hatten, wurden sie erst einmal kurz in das Thema E-Food eingeführt. Neben Amazon Fresh steigen jetzt auch viele Supermarktketten in den Online-Lebensmittelhandel ein; so auch Real. Die Strategie von Real ist es, die bestellten Lebensmittel von Pickern direkt aus dem Supermarkt holen zu lassen. Danach können die Einkäufe im Supermarkt abgeholt oder per DHL direkt nach Hause geschickt werden. Der Vorteil für Real dabei ist, dass nicht im Voraus in teure Lagerhäuser und Lieferwägen investiert werden muss.

Dadurch ergeben sich aber natürlich auch eine Reihe interessanter Probleme: Wie kann vorausgesagt werden, ob der Artikel zum Lieferzeitpunkt im Laden gerade verfügbar ist? Wird dieser Kunde, falls der Artikel gerade leer ist, einen Ausweichartikel akzeptieren? Warum werden zur Zeit nur etwa 2% der Lebensmitteleinkäufe online erledigt? Was muss sich ändern, damit das Angebot attraktiv für die breite Masse wird?

Ein besonders interessanter Schritt von real.digital ist, dass sie ihre API öffentlich zugänglich gemacht haben. Dadurch können Drittunternehmen (sowie jetzt die Teilnehmer des Hackathons) leicht Produkte aus dem Sortiment suchen. Oder sie geben Bestellungen auf, was dann zum Beispiel Kühlschränke möglich macht, die sich selbst nachfüllen.

 

24 Stunden Arbeit beginnen

Das alles sind natürlich perfekte Anreize für die Hackathon-Teilnehmer, um neue Ideen zu entwickeln und den Online-Lebensmittelhandel attraktiver und effizienter zu gestalten. Dazu wurden diesen auch eine ganze Reihe Sensoren sowie andere Hardware zur Verfügung gestellt. Große Einschränkungen für das Thema außer E-Food gab es dagegen keine. Dem Erfindergeist war also keine Grenzen gesetzt. Nach einer kurzen Ideen- und Teamfindungsphase haben sich dann fünf Teams mit jeweils drei bis sieben Mitgliedern gebildet.

Das Spannende dabei ist, dass Leute mit komplett verschiedenen Hintergründen zusammengearbeitet haben und so Probleme aus ganz verschiedenen Richtungen angehen konnten. Natürlich war die Informatik mit am Stärksten vertreten, aber es waren genauso auch Wirtschaftswissenschaftler, Elektrotechniker und sogar der ein oder andere Physiker zu finden. Was aber alle gemeinsam haben, ist die Bereitschaft, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Das hat zu einer starken Gruppe von offenen und inspirierenden Menschen mit viel technischem Know-how geführt.

Nach einer Stärkung durch den mittlerweile schon berüchtigten Maulwurf Maultaschen Foodtruck ging es dann richtig los. Die Teams konnten sich jetzt im ganzen Launchpad verteilen und hatten etwa 24 Stunden Zeit, um ihre Ideen umzusetzen. Das Launchpad bietete mit seinen großen Arbeitsräumen und dem Startup-Flair genau die richtige Umgebung für solch ein kreatives Event.

Durch mehrere von real.digital angebotene Workshops gab es darüber hinaus die Möglichkeit, sich jegliches benötige Wissen schnell anzueignen. So gab es zum Beispiel eine Einführung in die API von real.digital oder auch einen Crashkurs zum Erstellen von responsiven Webanwendungen mit Vue.js.

 

Auch nachts geht es weiter

Zu späterer Stunde haben sich die Reihen dann zunehmens geleert. Natürlich war es den Teilnehmern freigestellt, die ganze Nacht durchzuarbeiten und die 24 Stunden voll auszunutzen. Dieses Angebot wurde auch von einigen wahrgenommen. Genügend Snacks und koffeinhaltige Getränke waren schließlich bereitgestellt. Und falls die Müdigkeit dann doch zu groß wurde, gab es auf den zahlreichen Sofas im Launchpad die Möglichkeit, die Augen für ein oder zwei Stunden zuzumachen.

Aber ja nicht zu lange, denn um acht trudelten auch die ersten Zu-Hause-Schläfer wieder ein. Nach einem üppigen Frühstück begann dann auch der Endspurt. Nicht mal mehr 10 Stunden bis zu den Pitches.

 

Und was kam bei der Arbeit raus?

Auch wenn es zwischenzeitlich so aussah, als wäre die Zeit viel zu kurz, die Probleme unlösbar und die Bugs unauffindbar… Am Ende waren doch alle Teams in der Lage, bis Samstag Abend ein vorzeigbares Ergebnis zu liefern.

Dieses wurde der ganzen Mannschaft beim Abschluss-Pitch vorgestellt. Die Real-Mitarbeiter nutzten die Zeit ebenso für ein eigenes Projekt, und stellten als besonderes Highlight einen eigens entwickelten intelligenten Bierkasten vor. Dieser kann durch einen einfachen Gewichtssensor bestimmen, wie viele volle und wie viele leere Flaschen sich im Kasten befinden. Und auch gleich automatisch einen neuen Kasten bestellen, wenn der Alte zur Neige geht.

Nach den Pitches konnten sich die Teams dann endlich entspannen und gemütlich (und teilweise sehr übermüdet) bei einer Pizza über die Projekte diskutieren.

 

Kommen wir jetzt zu den Siegern

So geil auch alle Projekte waren, die Jury musste sich entschieden:

Der dritte Preis ging mit 200€ dotiert an „Shopping Queen“ Mit der von ihnen entwickelten API lassen sich Einkaufsbelege scannen und in verwertbare Daten umwandeln. Dies ist zum Beispiel für Fitness-Applikationen oder wenn Rechnungen geteilt werden müssen, sehr interessant.

Der zweite Preis ging mit 300€ an „Foodinator„. Sie haben eine Webapp entwickelt, mit der sich das Shopping-Erlebnis für die Kunden deutlich effizienter und angenehmer gestaltet. Ganze Einkaufslisten können eingegeben werden, wobei das System von selbst lernt, welche Produkte der Kunde genau haben will.

Und den mit 500€ dotierten ersten Platz erhielt „Teem 007„. Ihre Website kann nur mit dem Bild eines Gerichts das passende Rezept heraussuchen und die Zutaten dann direkt bei Real bestellen. Außerdem können Bilder von Zutaten für Rezeptvorschläge benutzt werden.

 

Bis zum nächsten Mal

Insgesamt war der HCK E-Food Hackathon wie so oft ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Einen besonderen Dank hier deshalb an Martin Thoma, den aktuellen Event-Vorstand der PionierGarage, sowie sein ganzes Team.

Ebenso wird das sicher nicht der letzte Hackathon im Launchpad gewesen sein, also behalte unseren Veranstaltungskalender im Auge. Wenn dich interessiert, was wir machen und du mehr erfahren willst, dann kannt du auch jederzeit unverbindlich bei einem unserer Dienstagstreffen vorbeischauen.