Besitz im klassischen Sinn ist für viele junge Menschen häufig nichts erstrebenswertes mehr, sondern eine Belastung. Trotzdem möchte niemand auf den da gewesenen Komfort verzichten. Zusätzlich soll es unkompliziert sein, schnell gehen und ganz ohne Verpflichtungen auskommen.

Raum für neue Lösungen

Dieser Umschwung bietet natürlich Platz für neue Ideen und Geschäftsmodelle. Allen voran das Sharing.

Die sogenannte „Sharing Economy“ ist seit einigen Jahren nicht mehr wegzudenken. Mit dem Internet als Marktplatz können vor allem Wohnungen, Autos und Fahrräder geteilt werden.


Sharing is caring?

Was bei Wohnungen und Autos gut zu funktionieren scheint, hat bei Fahrrädern oft zu Problemen geführt. Das Chinesische Startup „Ofo“ hat quasi über Nacht Millionen von Fahrrädern auf die Straßen gebracht. Die Ausleihe könnte einfacher nicht sein, einfach die App laden, den QR-Code scannen und für ein paar Cent losfahren. Das Resultat: Die Straßen wurden mit den Leihfahrrädern zugemüllt, die Fahrräder wurden durch Vandalismus und Witterung zerstört.

Weshalb hat es bei Ofo nicht funktioniert? Zwei Gründe sind Überangebot und fehlende Qualität. Was auf den ersten Blick Verfügbarkeit und Unkompliziertheit verspricht wurde der Firma zum Verhängnis.

Die Lösung: Miete

Um ein Gefühl von Besitz herzustellen, ohne die Kunden mit Verpflichtungen zu überwältigen haben sich drei Niederländer ein neues (eigentlich altes) Konzept für das Fahrradleihproblem überlegt. Mieten!

Das Konzept des Startups „Swapfiets“ ist leicht: für 15€ pro Monat ein Fahrrad mieten, Swapfiets stellt sicher, dass es immer funktionsbereit ist. Ein Reparaturservice repariert die Fahrrad immer innerhalb von 12 Stunden.
So gibt es wirklich nur Fahrräder auf der Straße, die benutzt werden, Kunden können sich auf den Service verlassen und haben trotzdem keinerlei langfristige Verpflichtungen.

Auf andere Märkte übertragbar?

Mieten ist kein neues Konzept. Dass ein „rund um die Uhr Service“ mitgeliefert wird schon. Es scheint gut anzukommen. Nach fünf Jahren hat das Startup fast 100.000 Kundinnen und Kunden, Tendenz steigend.

„Zudem sind unsere zufriedenen Kunden unser bestes Marketinginstrument. 70% unserer neuen Kundinnen und Kunden kommen durch Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Nun ist die Frage: kann dieses Konzept auf andere Märkte übertragen werden?

Übrigens: Swapfiets gibt es auch in Karlsruhe und Neukunden erhalten bis Mitte Januar den ersten Monat gratis.